Nachdem der Bau mit der Prima Haus GmbH nun abgeschlossen ist, wird es Zeit für ein Fazit.

Der Weg zum Werkvertrag

Zunächst habe ich die Angebote aller Unternehmen weitestgehend vergleichbar gemacht. Einzelne Materialien, welche die Unternehmen verbauen konnte ich natürlich nicht vergleichen. Der Geschäftsführer Herr Schröder hat mir später, im Zuge des Heizungsproblems, versucht zu erklären, dass sie besser als die Konkurrenz sind und mir gewissermaßen (durch die Blume) zu Verstehen gegeben, dass ich nicht in der Lage bin Angebote zu vergleichen. Das lasse ich an dieser Stelle unkommentiert.

Bis zur Unterschrift hatte ich regen Kontakt mir Frau M. welche sich wirklich immer schnell gekümmert hat. Schlussendlich hatte ich ein gutes Gefühl und bin mit dem Preis inkl. Wärmepumpe auch zufrieden gewesen. Später wurde es dann eine Gas-Therme.

Diverse Zusätze habe ich dann gleich in das Angebot aufnehmen lassen weil Prima Haus in Gesprächen auch sagte, dass es  besser ist, Zusätze gleich in den Werkvertrag aufzunehmen. Dies ist jedoch falsch. Dadurch werden die Zusätze einfach nur unnötig teuer.

TIPP 1: Zusätze hinsichtlich Sanitär, Elektro, Bodenbelag und Wandgestaltung immer mit den Gewerken direkt vereinbaren. D.h., wenn beispielsweise Laminat statt Teppich gewünscht wird, einfach im Rahmen der Bemusterung auf den Fußbodenleger zugehen.

Irgendwann habe ich den Werkvertrag dann unterschrieben und erhielt eine Flasche Sekt und einen Kugelschreiber.

Planungsphase

Wir haben schon recht viel vor geplant. Dazu habe ich mir eine entsprechende Software gesucht und viel mit Grundrissen "umher gespielt". Wir wussten also schon recht genau wie es aussehen soll. In dem Architektentermin hätte ich mir etwas mehr Beratung gewünscht. Wir hatten aber dennoch ein gutes Gefühl und fanden die Architektin sehr nett. Später stand das gute Gefühl aber auf der Probe weil aus meiner Sicht Fehler aufgetreten sind, welche nicht auftreten dürfen.

Das Abflussrohr musste in die Deckenplatte eingelassen werden. Damit das Rohr ausreichend Gefälle bekommt musste eine Schicht der Bewehrung durchtrennt werden was jedoch kein statisches Problem darstellt.

Den Schornstein hätte man im Dachgeschoss in die Innenwand einbauen können damit er nicht so stark im Raum hinein ragt.

Die Wand (T) im Bad war zu dünn um Abflussrohre zu verlegen. Sie wurde lediglich 11,5 cm Stark geplant und musste 17,5 cm sein.

 

Baubeginn

Mit dem Baubeginn trat bei mir der erste Unmut auf weil ich eine Baustraße bezahlen soll. Dazu mehr hier: Befestigte Fläche auf dem Baugrundstück - Zusatzkosten?

Im Nachgang stelle ich die Baustraße bzw. befestigte Fläche immer noch in Frage weil Bodenbewegungen anderer Bauvorhaben im B-Plan Gebiet im gleichen Zeitraum bzw. bei gleichen Wetterverhältnissen (Regen) keine Baustraße benötigten.

Die Bodenplatte wurde kurz vor Weihnachten erstellt. Trotz der Kälte waren die Mitarbeiter vor Ort freundlich.

Rohbauphase

Der Rohbau wurde mit kurzen Kälte- bzw. Frostpausen relativ problemlos hochgezogen. An jedem Frost freien Tag wurde gebaut bzw. geklebt. Irgendwann kam dann die Filigrandecke und der Dachstuhl.

Beim Dachstuhl stolperte ich allerdings über den fehlenden gemauerten Drempel (siehe hier: Studiobinder). Nach Rücksprache mit einem Zimmermann erfuhr ich, dass diese Art Dachstuhl lediglich eine Einsparmaßnahme ist. Der Geschäftsführer Herr Schröder erzählte mir mal, dass sie sich von der Konkurrenz deutlich abheben. Die Konkurrenz hätte den Drempel bei gleicher Grundfläche allerdings massiv ausgeführt.

Dach

Mangel am Dachstuhl - PrimaHaus GmbH

Das Bild zeigt den Stand vor der Mangelbeseitigung!

Das Richten des Dachstuhls verlief reibungslos. Nachdem die Dachziegel auf dem Dach waren habe ich festgestellt, dass der First nicht gerade (horizontal) ist und einige Dachziegel beschädigt sind. Ich schrieb den Bauleiter an und hing auch Bilder an die E-Mail damit er das Problem sehen konnte. Nach ca. einer Woche wurde der Mangel weitestgehend beseitigt. Der First ist natürlich nicht gerade aber die großen Lücken am Ende wurden behoben. Auf dem Bild kann man recht gut den Abstand zwischen Dachziegel und Firsthaube erkennen.

Dachkasten

Im Vorfeld Mangel am Dachkastenwurden wir gefragt wie die Latten verlaufen sollen. Wir haben dem Dachdecker dann auch unsere Entscheidung mitgeteilt.

Der Dachkasten wurde in ca. zwei Tagen gebaut. Leider ist die Ausführung an den Hausecken ungleichmäßig. Jede Ecke sieht unterschiedlich aus. D.h., dass das giebelseitige Brett immer einen anderen Überstand hat. Auch im Nachgang hat sich das Holz stark verzogen. Vermutlich wurde kein trockenes Holz verwendet. Trockenes Holz kostet nämlich etwas mehr. Die Qualität des Unterschlags/Dachkastens gefällt mir insgesamt nicht wirklich. Einige Bauunternehmen lassen das mittlerweile von einem Tischler erledigen.

Fenster

Zwischenzeitlich wurden die Fenster eingebaut, was auch reibungslos von statten ging. An dieser Stelle gab es wirklich gar keine Probleme. Auch die Vorgespräche mit dem Unternehmen waren super.

Sanitär

Die Vorgespräche waren recht schwierig. Der Ansprechpartner bei der Sanitärfirma war gelegentlich schwer zu erreichen und bei Nachfrage per E-Mail sind oftmals gepfefferte E-Mails zurück gekommen. In den E-Mails stand auch drin, dass ich mich bitte telefonisch melden soll weil es per E-Mail schwierig zu erklären sei.

Grundsätzlich war der Ansprechpartner aber kompetent und im Herzen freundlich.

Die Preise für Extrawünsche waren alle inkl. Montage aber dennoch verdammt teuer. Mit ein wenig handwerklichem Geschick lässt sich an dieser Stelle Geld einsparen. Wir haben die Waschbecken, Waschtische und Armaturen selbst organisiert und angebaut. Die Grundinstallation (Rohre, etc.) sollte natürlich der Fachmann durchführen!

Elektro

Als ich die Bemusterungsliste von Prima Haus erhielt, habe ich auch bei der Elektro Firma angerufen und gefragt wann wir alles durchsprechen können. Mir wurde mitgeteilt, dass dies eigentlich direkt im Haus besprochen wird und ich mich noch einmal melden soll wenn der Rohbau steht und das Dach drauf ist. Also habe ich viele Wochen später noch einmal angerufen und um einen Termin gebeten. Nun ging es plötzlich doch in den Räumen der Elektro Firma.

Das Beratungsgespräch führte der Geschäftsführer mit uns durch. Ich hatte schon einen Plan vorbereitet auf welchem ich Steckdosen, Schalter, Lichtquellen, Netzwerk- und Antennendosen eingezeichnet habe. Das war quasi meine Idee und musste natürlich mit einem Fachmann besprochen werden. Genau das taten wir in dem Gespräch. Allerdings wurde es dann merkwürdig als ich sagte, dass ich die Netzwerk- und Antennenverkabelung gerne alleine durchführen möchte (mehr dazu hier). Er hatte irgendwie keine Lust mehr und wollte auch keine Leerdosen für mich setzen. Wir gingen dann so auseinander, dass er die Wünsche aufarbeitet und per E-Mail zuschickt. Auf diese E-Mail musste ich sehr lange warten und es wurde dann zeitkritisch weil der Installationstermin des Elektriker dichter rückte und ich noch nichts in der Hand hatte.

Letztendlich habe ich ganz kurz vor dem Installationstermin die Unterlagen zur Prüfung erhalten und er hat auch die Leerdosen gesetzt, welche er zunächst nicht machen wollte.

Mehr dazu hier: Der Elektriker mein „Freund“

Trockenbau

Die Jungs, welche den Trockenbau gemacht haben, waren klasse! Sie waren auch im Haus als wir die Antennen- und Netzwerkverkabelung gemacht haben. Es war schon ein bisschen lustig auf der Baustelle. Sie haben ihre Arbeit wirklich gut gemacht.

Innenputz

Nachdem wir in Eigenleistung die Netzwerk- und Antennenverkabelung durchgeführt haben, wurde der Innenputz an die Wand gebracht.

Die Wände sind richtig gut geworden, absolut glatt. Wir haben uns auch dafür entschieden die Wände im Erdgeschoss und im Treppenhaus nicht zu tapezieren sondern direkt zu streichen. Die Qualität ist nahezu Q3. Zwischenzeitlich sind natürlich viele Gewerke durch die einzelnen Zimmer gelaufen und haben ihre Spuren an den Wänden hinterlassen. Das wird jedoch von dem Maler ausgebessert.

Fassade

Den Rohbau als auch die Fassade hat ein und die selbe Firma gemacht. Es gab Tage an denen wirklich viele Leute vor Ort waren und die Wärmedämmung aufgebracht haben. Anschließend wurde die Armierung aufgebracht, was sehr schnell ging. Der Putz ist dann auch irgendwann mit sehr vielen Leuten an einem Tag aufgebracht worden. Etwa zwei Tage später wurde die Farbe dann aufgetragen.

Estrich

Wie die Innenwände auch, ist der Estrich optisch perfekt und hat zu den Wänden überall Randdämmstreifen.

Hier muss unbedingt darauf geachtet werden, dass wirklich überall Dämmstreifen zu Wand sind. Ansonsten werden Geräusche in den anderen Raum übertragen.

Maler / Bodenleger

Der Maler und Fußbodenleger Herr Ahrens ist wirklich klasse. Sympathische Person, welche  uns gut beraten hat. Die Ausführung entsprach bzw. entspricht auch absolut unseren Vorstellungen.

Kommunikation

Manchmal war die Kommunikation etwas merkwürdig bzw. verdreht. Die bezieht sich jedoch nur auf die Gewerke vor Ort.

... hinsichtlich Bautenstand

Oftmals wurden wir als Bauherren zum Bautenstand befragt. Da ich so ziemlich jeden Tag vor Ort war, wusste ich den Stand recht gut. Hier hätte ich mir gewünscht, dass sie den Bauleiter anrufen. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass die Bauherren den Stand besser kennen als der Bauleiter weil dieser nicht so oft vor Ort ist.

... zwischen den Gewerken

Die Gewerke untereinander kennen sich vielfach und sprechen einige Dinge direkt ab. Das klappte vielfach sehr gut.

... mit dem Generalunternehmer PrimaHaus GmbH

Von den Damen, mit welchen ich zu tun hatte, der PrimaHaus GmbH erhielt ich in der Regel recht schnell eine Rückmeldung. Bei "Problem-Themen" hat es manchmal etwas länger gedauert. Der Kontakt mit dem Geschäftsführer Herrn Schröder war grundsätzlich gut, d.h. er war freundlich. Die Art und Weise mit Problemen umzugehen entsprach nicht meinen Vorstellungen.

... mit dem Bauleiter

Ich erhielt immer sehr zeitnah eine Rückmeldung und wurde informiert. Gravierende Problem, welche den Bauleiter tangieren, gab es bei uns nicht.

Fazit

Insgesamt bin ich mit der Qualität und den verarbeiteten Materialien zufrieden. Angezeigte Mängel wurden behoben, was nicht immer zu meiner vollsten Zufriedenheit gemacht wurde. Entweder sind...

  • meine Ansprüche zu hoch,
  • die Mitarbeiter haben keine Lust oder
  • der Zeitdruck, aufgrund der guten Auftragslage, ist zu hoch.

Das ist nicht gravierend aber ärgerlich. Um welche Mängel es geht, ist im Blog nachzulesen.

Der Bauleiter hat aus meiner Sicht zu wenig Zeit (Vermutung) und ist viel zu selten auf der Baustelle. Im Prinzip verlässt man sich darauf, dass alle Gewerke ordentlich arbeiten. Grundsätzlich richtig aber wir wissen alle wie es in der Praxis wirklich aussieht.

Aus meiner Sicht muss ein Bauunternehmen mehr aufklären. Es heißt immer nur: "Planen Sie ca 10.000,00 EUR für unerwartete Dinge ein".

Die Frage ob ich noch einmal mit der Prima Haus GmbH bauen würde, möchte ich natürlich auch beantworten:
Es kommt drauf an. Ich würde die Vertragsgestaltung inkl. der Nebenabreden anders und umfangreicher gestalten. Wenn Prima Haus dann mitgeht, würde ich noch einmal mit dem Unternehmen bauen.

Leere Papiersäcke verbrennt man nicht vor dem Haus, sondern entsorgt sie ordnungsgemäß. <-- Das musste ich mir von Nachbarn sagen lassen.

Ich wünsche mir, dass Bauunternehmen mehr aufklären. Sie wissen ganz genau was den Bauherren bei einem Hausbau erwartet. Insbesondere die Klauseln in ihren Verträgen sollten erläutert werden: Was kann eintreten und mit welchen Kosten muss man dann rechnen?
  • Baustraße
  • Regenwasserschacht
  • Welche Armaturen (Sanitär) sind exakt im Standard enthalten.
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